Dienstag, 1. Oktober 2013

Diether Dehm und Lutz Görner wollen kommen - Veteranentreffen der Friedenstauben

Das Veteraninnen- und Veteranentreffen der Friedenstauben am 19. Oktober 2013 im Bonner Hofgarten zieht weiter seine Kreise. Diether Dehm MdB, früher bekannt als Sänger Lerryn und Musikverleger, will nach Bonn kommen, ebenso der Rezitator Lutz Görner. Auch die Lokalität, in der wir uns später treffen, steht jetzt fest: Es ist der Cassiusgarten in Bonn, Maximilianstr. 28d - ein bekanntes Vollwert-Restaurant mit einem schönen Veranstaltungssaal.
Schon früher haben sich Eva Quistorp und Klaus der Geiger angemeldet. Eva Quistorp hat am 22. Oktober 1983 mit Jo Leinen zusammen die Kundgebung in Bonn moderiert. Klaus der Geiger sang und spielte damals wie heute bei unzähligen Demos. Diether Dehm hat zusammen mit dem unvergessenen Hanns Dieter Hüsch den Friedenstauben-Schlager "Das weiche Wasser" gedichtet, der damals von den Bots gesungen wurde. Lutz Görner veranstaltete am 22. Oktober 1983 mit den Demonstranten, die das Verteidigungsministerium auf der Hardthöhe umzingelt hatten, eine Séance: Wir haben durch Geisteskraft den ganzen Gebäudekomplex um 50 cm angehoben und dann wieder friedlich abgesetzt.


Erste Presseveröffentlichungen gibt es auch: bei Rheinraum (Bonn) und bei der Neuen Rheinischen Zeitung (Köln), mit Bildergalerie.

Weitere Reaktionen:

  • Erich Hermanns aus Wesseling hat beim Friedensbildungswerk Köln angeregt, wieder wie damals eine Radtour von Köln nach Bonn zu veranstalten.
  • Eva Quistorp erinnert an eine Folge von "Maischberger", die offenbar 2011, 30 Jahre  nach der ersten großen Friedensdemo, einige Aktivisten von damals interviewt hat. Hat jemand die Sendung vielleicht aufgezeichnet? Dann könnten wir Auszüge am 19. Oktober zeigen. Eva regt an (genau wie ich auch), Fotos, Fahnen, Transparente, Plakate und Buttons von damals mitzubringen. Es werden Pinnwände dafür zur Verfügung stehen. Außerdem regt sie einen Dankgottesdienst zum Thema in der evangelischen Kreuzkirche an, am besten am folgenden Sonntag.
  • Robert Camp vom Archiv Grünes Gedächtnis der Heinrich-Böll-Stiftung stellt eine Sammlung von Schnappschüssen von den damaligen Demos zur Verfügung, die sich dort im Archiv befinden, zum Glück in digitalisierter Form. Ich kümmere mich darum, dass sie am 19. Oktober zu sehen sind.
  • Volkmar Deile, einer der Organisatoren der Bonner Kundgebung vom 10. Oktober 1981, dankt für die Einladung und schreibt mir aus Berlin: "Einer inhaltlich-kontroversen Auseinandersetzung mit den Erfolgen und Niederlagen der damaligen Friedensbewegung stets zugeneigt, mag ich aber keine lange Reise auf mich nehmen, um an einem "Veteranentreffen" von "Friedenstauben" teilzunehmen. Das ist mir zu wenig."
  • Eine eher kritische Rückmeldung gibt es auch von Hannes Menge aus Bielefeld. Auszüge: "Die Friedensbewegung war (und ist) für mich eine sehr wichtige politische Prägung. Ich habe sehr viel meiner Lebensenergie dort investiert, sie hat mich zu den Grünen geführt und lässt mich an den Grünen leiden, weil ich finde, dass die Grünen sehr viele unserer damaligen Ideale (an denen ich immer noch hänge) einfach über Bord geworfen haben. Das ging los mit dem Kosovo-Krieg... Ich will überhaupt keine Waffenexporte, die Haltung meiner Partei ist (nicht nur) in dieser Frage reichlich unklar... Und was in Afrika mit Waffen aus Deutschland angerichtet wird, ich könnte mich schämen. Und dennoch spüre ich so gar kein Interesse, mich an einem „Klassentreffen“ der Friedensbewegung anlässlich des 30. Jahrestages zu beteiligen. Es ist eben so ganz anders als mein Abitur-Jubiläumstreffen... Ich glaube, der Unterschied ist die relative Kleinheit der Bezugsgruppe. Mein Abiturjahrgang waren 19 Personen, einigermaßen überschaubar. Bonner Hofgarten waren einige Hunderttausend, für meinen bescheidenen Horizont too much, um mich mit ihnen noch mal treffen zu wollen. Die Erfahrungen von „damals“ kommen so ohnehin nicht wieder, sie sind Geschichte, an der mitgewirkt zu haben, mich stolz macht. Es ist beobachtbar, wohin sich die einzelnen Personen (an denen ich Interesse habe) entwickelt haben. Dass wir an Einfluss verloren haben, dass wir uns nicht so, wie gewünscht, haben durchsetzen können, darüber jammern, liegt mir nicht... Mir ist die Friedensbewegung wichtig, dass wir nun schon über 30 Jahre pazifistische Ideen leben, erfüllt mich auch ein wenig mit Stolz, dass wir die Welt nicht so ändern konnten, wie wir es gewünscht und erträumt haben, lässt mich keineswegs zweifeln an der Ungeduld des Herzens, die mich zeitlebens erfüllt hat... In diesem Sinne blicke ich mit Wohlwollen auf eure Veranstaltung und wünsche Euch ... ein spannendes Treffen und hoffentlich gute Kontakte und Erfahrungen. Ich selbst möchte mich aber nicht daran beteiligen."

Anmeldung bis 10. bzw. 16. Oktober

Damit wir die Abendveranstaltung planen können, bitten wir um Anmeldung, möglichst bis zum 10. Oktober, spätestens aber bis zum 16. Oktober. Wer unangemeldet kommt, muss eventuell am Mikrofon ein Friedenslied anstimmen...

Der übliche Spendenaufruf

Die Veranstaltung muss über Spenden finanziert werden. Hier das
Spendenkonto: Jens J. Korff, Kto. 164378501 - BLZ 37010050 - Postbank KölnIBAN: DE16 4306 0967 4048 2868 00 – BIC: GENODEM1GLS
IBAN zum Kopieren: DE16430609674048286800

Stichwort Friedenstauben
Ein etwaiger Überschuss geht an Pro Asyl. Versprochen!



Kommentare:

  1. Hey Jens,
    ein großes Ding! Ich war auch damals dabei, komme aber nicht.
    Wollte dir nur gaaaanz viel Spaß, Kraft, gutes Gelingen und Erfolg dafür wünschen.
    Liebe Grüße :-)
    Wilma

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  2. Freue mich schon auf das Wiedersehen mit den alten FriedensfreundInnen. War eine tolle Zeit damals.

    Was ich gerne wissen möchte:
    Welche Voraussetzungen waren damals so günstig für die Bewegung?
    Was haben die Akteure so gut gemacht?
    Und Ihr ahnt es schon: Was können wir daraus für heute lernen?

    Bis zum 19.10., hoffentlich mit Vielen
    Gerd Bosbach, Köln

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  3. Lieber Jens,
    Das Treffen ist eine grossartige Idee. Leider kann ich nicht extra aus England anreisen. Liebe Gruesse und viel Erfolg!
    Elke aus London

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Danke für den Kommentar! Ich schaue ihn mir in Kürze an und schalte ihn frei, wenn er zum Thema passt.
Freundliche Grüße
Jens J. Korff